Der Bergclub verzeichnet anscheinend einen willkommenen Zuwachs an Männern: Heute machten sich acht Frauen und sechs Männer auf den Weg an die Reuss. Die zweite Überraschung erwartete uns in Mellingen. Den meisten von uns sagte dieser Ort nichts. Umso erstaunter waren wir, als der Bus in die schmucke Altstadt einfuhr, die allerdings so klein ist, dass man sie beim Plaudern leicht verpassen könnte. Bei Kaffee und Gipfeli stärkten wir uns, bevor wir den Weg der Reuss entlang unter die Füsse nahmen. Das Reussufer zwischen Mellingen und Bremgarten ist weitgehend natürlich und unverbaut geblieben und steht zu einem grossen Teil unter Naturschutz. Wir wandern einmal dicht am Fluss entlang, dann steigen wir in die Höhe, mal sind wir im Wald, dann wieder streifen wir durch offene Wiesen. Der ebene Weg erlaubt den Füssen ein fast achtloses Vorwärtsziehen, umso mehr können wir uns in Gedanken versenken oder unsere Sinne auf Flora und Fauna lenken. Dabei entdecken wir manches Federtier, schottische Hochlandrinder, Esel, Pferde, Libellen, Blindschleichen und viele Biberspuren. In den Blumenwiesen summt und zirpt es, neben den gewohnteren Landwirtschaftsprodukten wird Reis angebaut und grüne Spargelstangen strecken sich in die Höhe. Akustisch begleitet werden wir von einem sanften Rauschen der Reuss und dem in diesem Monat nimmermüden Singen der Vögel.
Natürlich gibt es bei Klaus auch kulturelle Höhenflüge: Das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster Gnadenthal, das heute ein Zentrum für Pflege und Betreuung ist und zwischendurch auch als Tabakfabrik gedient hat und unser Zielort Bremgarten, der habsburgischen Kleinstadt mit historischem Zentrum.
Auch vom Wandern in der Ebene werden die Füsse müde. So freuten wir uns über die Rast im Restaurant Bijou, wo wir den erlebnisreichen Tag in freundlicher Gesellschaft abschlossen. Herzlichen Dank an Klaus, der die Wanderung umsichtig geleitet und uns nun schon das zweite Mal die Reussgegend im Freiamt nähergebracht hat.
Anna Roner