Zum Michaelskreuz auf die kleine Rigi 24.06.2025

Nach der Zug- und Busfahrt nach Rotkreuz beschliesst die Gruppe kurzfristig, doch ein Startcafé zu geniessen und den nächsten Bus nach Ibikon zu nehmen. Gesagt, getan. Ab dem Bushalt Ibikon beginnt der Weg sofort anzusteigen und das bleibt bis zur Kapelle Michaelskreuz mehrheitlich so. Bei der Wärme eine ziemliche Herausforderung. Das kostet schon etwas an Schweiss. Ich bin oben angekommen jedenfalls ziemlich geschlaucht. Vor der Kapelle verzehren wir nun das mitgebrachte Picnic im Schatten der beiden grossen Linden. Die grössere hat einen Umfang von 5,3m und die kleinere mit ca. 4m Umfang, teilt sich in etwa drei 1,5m imposante Seitenäste. Man geniesst von hier oben eine wunderbare Rundsicht. Gegen Norden bis in den Jura, ostwärts auf den Zugersee und vor allem gegen Süden auf die Rigi und die Schwyzer Berge. Nur westwärts ist die Weitsicht durch den Rooterberg beschränkt. Das Michaelskreuz ist ein Ort, der die Menschen anzieht: Wanderer, Biker oder Ausflügler sind hier oben anzutreffen. Zur Geschichte des Kraftortes gibt es eine Legende: Als der fromme Medardus vor etwa 1500 Jahren beschloss, im Meggenwald eine Hütte zu errichten, um dort zu leben, und er mit dem Fällen der Bäume beschäftigt war, kam ein Knabe zu ihm und bat ihn, zwei Stämme auf die Schultern zu nehmen und ihm zu folgen. Nach vierstündiger Wanderung kamen sie auf der Anhöhe in der Nähe von Root an. Der Junge forderte nun Medardus auf, aus den zwei Stämme ein Kreuz zu errichten. Mit den Worten: Ich bin der Erzengel Michael, von meinem Herrn gesandt, diesen Ort mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes zu kennzeichnen und zu weihen, nahm der Junge die Gestalt des Erzengels an. Soweit die Legende. Seitdem heisst die Anhöhe, auf der heute die Kapelle steht, Michaelskreuz. Der heutigen Kirche gehen eine Holzkapelle und ein späterer Steinbau voraus. Es ist anzunehmen, dass hier schon in vorchristlicher Zeit ein Kultplatz bestand. Und die Legende vom Michael nur den Startpunkt der Christianisierung in dieser Gegend darstellt. Auf dem weiteren Weg bergab passieren wir eine kleine hübsche Wegkapelle (Bildstock). Sie steht auf einer Hügelkuppe am Kreuzungspunkt von vier Wegen in die vier Himmelsrichtungen Nord, Ost, West und Süd. Wir ziehen daran vorbei, unserem Wanderziel, dem stattlichen Dorf Udligenswil zu, von wo uns der Postbus nach Luzern bringt. Beim KKL in Bahnhofnähe geniessen wir im Schatten den Schlusstrunk und strecken die Beine, bevor uns die Bahn pünktlich zurück nach Bern bringt. Ein schöner, aber heisser Wandertag.