Wie immer war das Ski(hoch)tourenwochenende im Bielti eine grosse Freude. Mit Ruedi als Hüttenwart war für das leibliche Wohl und so manches deliziöse Apéroplättli gesorgt. Die gemeinsamen Abende boten Gelegenheit für Austausch, spannende Diskussionen, das Schwelgen von vergangenen sowie das Planen neuer Touren. Tagsüber teilten wir uns in drei Gruppen auf, dieser Bericht bezieht sich auf die Gruppe Hochtouren.
Am Freitag durften wir bei super Wetterbedingungen vom Monte Leone losziehen. Zusammen mit Stefan und Beat ging es mit den Ski in Richtung Tochuhorn, bis wir den Einstieg des Ost-Nordost-Grates erreichten. Mit Steigeisen, Pickel und aufgebundenen Ski stiegen wir durch Fels und Schnee steil hinauf, bis wir den Grat erreichten. Hier war das technisch schwierigste bereits geschafft, die Überschreitung bot puren Genuss in spektakulärem Gelände. Vom Tochuhorn fuhren wir in Richtung Westen ab, um anschliessend auf den Strafulgrat aufzusteigen. Auch von hier genossen wir eine tolle Aussicht auf Fletschhorn, Mischabelgruppe, Weisshorn und unzählige weitere Gipfel. Die Abfahrt zum Monte Leone war auf Grund von teils sehr geringer Hangneigung und schwierigen Schneeverhältnissen eher mühsam, wurde aber dennoch genossen.
Für den Samstag war mit Stefan, Christian und Beat das Wasenhorn geplant. Um 5 Uhr Morgens ging es vom Bielti los, vorbei am Monte Leone und zum Hübschhornstein. Die steile Traverse wurde in Richtung Ost-Nordosten bis ans Ende des Chaltwassertälli weitergezogen. Auf 2780 Metern über Meer eröffnete sich uns der Blick in Richtung Monte-Leone-Hütte und auf den geplanten Wasenhorn West-Südwest-Grat. Zumindest theoretisch: Der Grat war komplett von Wolken verhangen, die immer weiter herunterzudrücken schienen. Also fassten wir den Entschluss umzudrehen und erfreuten uns an Bruchharsch und dem einen oder anderen Sturz in den weichen Schnee darunter. Hinter der Traverse fanden wir noch ein Bisschen guten Schnee, der immerhin ein paar schöne Schwünge erlaubte. Nach einem Kaffeestopp im Monte Leone wurden wir zurück im Bielti nicht nur mit einem Apéroplättli sondern zusätzlich mit Glühwein und Fondue verwöhnt.
Die Wetterprognose für Sonntag war nicht vielversprechend. Also starteten wir gemütlich in Richtung Hübschhornstein. Der Aufstieg war sehr variabel, meist irgendetwas zwischen Wind, Schneetreiben und schlechter Sicht am einen Ende des Spektrums oder einigen wenigen Sonnenstrahlen am Anderen. Während die Gruppe Pasal bis zum Stein aufstieg fellten Meret, Valentin und ich bereits etwas früher ab und genossen die im Vergleich zu gestern deutlich besseren Abfahrtsbedingungen. Zwar bei vorwiegend schlechter Sicht, allerdings mit etwas frischem Pulverschnee. Damit konnten wir ein ereignisreiches und wunderschönes Tourenwochenende abschliessen.
Liebe Grüsse, freue mich bereits auf nächstes Jahr!
Dominik