Monte Caslano TI zu den Christrosen 30.01.2026

Winterwanderung Monte Caslano TI zur Blütezeit der Christrosen 30.1.2026
Als ich früh morgens um 6 Uhr das Haus verliess (Fribourg) schneite es.
Bis zum Gotthardtunnel fuhren wir im Zug durch den Nebel. Sobald wir aus dem Tunnel kamen, hatten wir blauen Himmel auf der Alpensüdseite. In Caslano angekommen, nahmen wir in der Cantina voller Weinflaschen der Osteria Debarcadero Platz. Das war eine Herausforderung für den Kellner, 25 Gäste gleichzeitig zu bedienen. So verweilten wir eine Stunde im „Debarcadero“ (Schiffanlegestelle).
Am Dorfausgang stiegen wir die geteerte Strasse „Via Stremadone“ hinauf bis zum Ausgangspunkt des „Sentiero Panoramico“. Diesem folgten wir bis zum Gipfel des Monte Caslano (höchster Punkt 526 m ü. M.). Immer wieder hatten wir Blick auf den Lago di Lugano und die umliegenden mit Schnee bedeckten Berge. Im Laubwald „hüpften“ wir von einem Büschel Christrosen (Helleborus niger) zum nächsten. Wir waren hoch erfreut, sie in verschiedenen Farbtönen (schneeweiss, orangelich, zart rosa) und Wuchshöhen anzutreffen. Ab und zu kam es zu einem „Fotostau“, da alle 25 Personen am gleichen Standort fotografieren wollten. Auf dem Gipfel des Monte Caslano (auch Sassalto hoher Stein genannt) angelangt, machten wir bei der Kapelle und dem Gipfelkreuz eine kurze Mittagsrast. Für den Abstieg ins Dorf Caslano zurück wählten wir die weniger steile Strada forestale, die breit und auch befahrbar ist für die Forstwirtschaft. Auf dieser Seite des Berges trafen wir bereits auf Frühblüher wie Waldveilchen, Leberblümchen und gelbe Primeli sowie ab und zu den Mäusedorn (Ruscus aculeatus), eine sehr spezielle Pflanze, deren dornigen Zweige früher genutzt wurden, um Mäuse von den Vorratskammern fernzuhalten. Der Monte Caslano ist nicht nur botanisch, sondern auch geologisch höchst interessant: alle wichtigen Gesteinsklassen sind hier anzutreffen. Dies ist auch der Ursprung des pflanzlichen Artenreichtums: hier sind rund 600 Gefässpflanzen sowie 150 Moosarten anzutreffen. Die vielen Farnarten und Moos bedeckten Felsen sind uns auch aufgefallen. Der Monte Caslano ist schon seit 1977 in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen und geschützt. Früh im Dorf Caslano zurück hatten wir reichlich Zeit, um auf der sonnigen Terrasse des „Debarcadero“ einen Aperitivo mit Seeblick zu geniessen. Alle glücklich und zufrieden traten wir um 15:27 h mit der S60 ab Haltestelle Caslano die Heimreise an (3 h 37 min Caslano – Bern). Wir bedanken uns herzlichst bei Doris Boss, Leiterin dieser Tour, für die Leitung und perfektes Timing!
Ruth Hausherr