Unser Lawinenausbildungswochenende fand bei absolutem Bombenwetter statt. Los ging es direkt praktisch mit einer Mehrfachverschüttetenübung. Ein guter Reminder dafür, dass bei einer Lawinenrettung plötzlich alles sehr schnell gehen muss. Nach der Auswertung wurden die einzelnen Elemente nochmals separat geübt: LVS-Suche, Sondieren, effizientes Schaufeln und die Organisation einer Rettung. Mit dem aufgefrischten Wissen stellten wir uns danach erneut einer Mehrfachverschüttetenübung. Diesmal deutlich koordinierter und vor allem schneller.
Am Nachmittag wechselten wir von der Praxis zur Theorie und vertieften unser Lawinenwissen, bevor wir uns am Abend auf der Winteregghütte, der wohl wichtigsten Frage des Tages widmeten: dem Abendessen. Auf dem Menü standen Älplermaggronen. Mitten im Kochen stellten wir allerdings fest, dass wir zwar fast alles dabei hatten, nur leider kein Salz (in der ganzen Hütte kein Salz). Die kreative Lösung war schnell gefunden. Chips wurden kurzerhand pulverisiert und als Salzersatz verwendet. Überraschenderweise funktionierte das erstaunlich gut und die Älplermaggronen schmeckten ausgezeichnet. Für Unterhaltung sorgte danach ein von Meret entworfenes Lawinenspiel, das Wissen und Wettkampfgeist gekonnt kombinierte.
Am zweiten Tag ging es auf Anwendungstour in Richtung Balmhorn. Der Aufstieg ist mehrheitlich Schattenloch und entsprechend frostig war es zunächst auch. Unterwegs kamen wir an eindrücklichen Gletscherportalen vorbei. Die Abfahrt entschädigte dann mit perfektem Pulverschnee und unseren First Lines im unverspurten Hang. Sobald wir in die Sonne kamen, war auch die Kälte schnell vergessen.
Zum Abschluss liessen wir das Wochenende bei Kaffee, Sonne und zufriedenen Gesichtern im Restaurant Sunnbüel ausklingen. Fazit: Viel gelernt, viel gelacht, Pulver gefahren und nebenbei herausgefunden, dass Chips notfalls auch als Gewürz funktionieren.