Wanderwoche in Engelberg, 22. - 29.08.2026

Ende August reisten rund 40 Wanderfreunde und -freundinnen des Bergclubs für eine Woche in die Zentralschweiz, genauer: nach Engelberg - ein Bergsport-Eldorado der Extraklasse.

Logiert haben wir im nostalgisch-schönen und doch modernen Hotel Schweizerhof, wo uns eine feine Küche und ein wunderbarer Service geboten wurde. Auch die Bar am Abend war nicht zu verachten, vor allem wenn die flotte Bardame des Hauses namens Vreni zu gegen war. Die Stammgäste (aus gutem Grund ohne Namensnennung) sorgten dort für reichlich Umsatz.

Das Engelbergertal gilt zu Recht als eine der beliebtesten Wanderregionen der Schweiz. Die fantastische Bergwelt erstreckt sich von der Talsohle auf 1000 bis hoch hinauf auf 3000 m ü.M. Nach sorgfältiger Rekognoszierung durch das Leitungsteam wurden rund 20 Wanderungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade ins Programm aufgenommen. Wie üblich konnten die Teilnehmenden jeden Tag aus 3 Wanderungen wählen – leicht, mittel oder anspruchsvoll.

So kamen bis am Schluss der Woche, wenn wir alle absolvierten Touren von sämtlichen Teilnehmenden addieren, wohl zigtausende Kilometer und Höhenmeter zusammen - und dies, was ganz besonders hervorzuheben ist, absolut unfallfrei. Das spricht für die gute Fitness der Wanderer/innen und die umsichtige Planung und Führung der Leiter/innen. Ein grosses Merci an dieser Stelle an alle. Auch sei dem heiligen Wendelin gedankt, dem Schutzpatron der Hirten, Bauern und des Viehs sowie (bei weiter Auslegung) der Wandersleute.

Ein bisschen Glück braucht es in einer derart aktiven Woche. Und das hatten wir! Angefangen mit dem Wetter, welches uns fast durchwegs sonnige und warme Tage bescherte. Die Hitzetage waren vergessen, ebenso die ausgetrocknete Landschaft im Mittelland. Das Engelbergertal präsentierte sich in leuchtendem Grün. Die Wiesen waren saftig, die Wälder üppig und die Bergspitzen noch immer schön weiss. Die zahlreichen Bergbäche sprudelten fröhlich. Ein wahrer Genuss durch diese prächtige Landschaft zu marschieren!

Wobei wir, das muss man fairerweise sagen, nicht alle Höhenmeter zu Fuss bewältigten. Das Angebot an Bahnen in dieser Region ist schier unglaublich, von der topmodernen Titlis-Rotair-Bahn bis zu den zahlreichen Buiräbähnli, welche primär (aber nicht nur!) die Aufgabe haben, die Alpen zu versorgen. Natürlich haben wir diese lustigen Freiluft-Transportmittel rege benutzt, um zu den schönsten Plätzchen und lohnendsten Wanderrouten zu gelangen. Die eine oder andere von uns (hier bewusst nur die weibliche Form) musste all ihren Mut zusammenfassen, um in das schwankende Gefährt einzusteigen. Die Männer zeigten sich (äusserlich) wie üblich von der tapferen Seite.

Gestaunt haben wir über das kleine 4-Personen Kabinenbähnli von Grafenort auf den Alpboden. Nach einem kurzen Telefonat an der unbedienten Talstation ging die Fahrt los. An der Mittelstation stand die sympathische Betriebsleiterin bereit zum Einkassieren und zum Drücken der Start- und Stopptaste. Erfahrung hat die Dame, sie feierte nämlich im letzten April ihren Neunzigsten, wie sie uns bei einem kleinen Schwatz erzählte. Sie bediene dieses Buiräbähnli seit sage und schreibe 70 Jahren. Kein Wunder, kennt man in dieser Gegend keinen Fachkräftemangel!

Es gäbe noch von vielen schönen Begegnungen zu erzählen, zum Beispiel von solchen die sich bei unserem Besuch im Benediktinerkloster ergaben. Das Kloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet und prägte über lange Zeit die Geschichte des Bergdorfs. Bruder Thomas führte durch die bewegte Geschichte des Klosters. Eine Besonderheit: Während etwa 500 Jahren lebten auch Nonnen dort, allerdinhs in einem separaten Gebäude. Das Kloster führt u.a. eine Schreinerei, eine Gärtnerei und diverse Gastbetriebe sowie ein Gymnasium. Schülerinnen und Schüler verschiedener Nationalitäten besuchen die Schule, von denen nicht wenige im dortigen Internat wohnen.

Langsam zur Tradition entwickelt sich in der Wanderwoche der Quizz-Abend. Der Quizz-Master ist ziemlich gefordert, einigermassen anspruchsvolle Fragen zu stellen, ansonsten alle Teilnehmenden mit 100% richtigen Antworten abschneiden und sich keine Rangierung ergibt. Dieses Mal war das Rennen aber offen. LALA hat bewiesen, dass man kein Digital Native sein muss, um bei diesem Spiel vorne mitmischen zu können. Bravo Paula!

Auch die Kultur kam in dieser Woche nicht zu kurz. Vor allem, was das Alphornblasen betrifft, konnten wir unsere Kenntnisse wesentlich ausbauen. Der Auftritt des Echos vom Spannort vor unserem Hotel war ein wahres Highlight. Einzelne Bergclüblerinnen, danke Isabella und Doris, haben sogar Töne auf dem Alphorn geblasen, welche unsere Ohren nicht schädigten.

Kurz und bündig: In Engelberg haben wir eine interessante, stimmungsvolle und inspirierende Wanderwoche erlebt.