Skitouren auf dem Simplonpass, 7. / 8.3.2020

Sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich für die beiden Tage angemeldet. Doch bis Samstagmorgen hatten sich zwei davon bereits wieder abgemeldet und eine wollte erst am Sonntag anreisen. So machte sich ein Rumpfgrüppchen unter kundiger Leitung von Thomas Philipp Richtung Spitzhorli auf. Gemäss Lawinenbulletin herrschte nach den Schneefällen immer noch erhebliche Lawinengefahr, weshalb wir zur Sicherheit die untere Spur wählten. Der Schnee liess entgegen unseren Erwartungen nichts Gutes erahnen: Wegen des starken Windes war er fast überall windgepresst und an den besonnten Stellen hatte sich bereits ein kleiner Deckel gebildet. Auch beim Aufstieg wehte der Wind noch stark und wuchs auf der Äusseren Nanzlücke zu einem Sturm an. Bei dieser Ausgangslage schenkten wir uns trotz sonnigem Wetter den Gipfel und nahmen sogleich die Abfahrt unter die Ski. Die Suche nach etwas Pulverschnee war weitgehend vergeblich, die Note für die Abfahrt daher bloss «genügend». Hervorragend hingegen der Apéro, den Ruedi Michlig zusammen mit Hansjürg Ambühl in der «Casa Bielti» für uns auf den Tisch zauberte: Bei verschiedenen Sorten Trockenfleisch, Hobelkäse, Früchten und Brot, begleitet von einem feinen Weisswein, liess sich die Tour trefflich beschliessen. So gestärkt gingen wir noch einmal hinaus, um ein unter zwei Metern Schnee liegendes Fenster frei zu schaufeln. Bei einem feinen Fondue und engagierten Diskussionen liessen wir den Abend ausklingen. Am nächsten Morgen war Ruedi bereits früh aufgestanden und hatte uns ein üppiges Frühstück zubereitet. Leider musste eine Teilnehmerin wegen Halsschmerzen aufgeben. Auf zwei Personen reduziert entschlossen wir uns, die Sonntagstour etwas sportlicher anzugehen, und machten uns, wie zahlreiche Gruppen vor uns auch, zum Breithorn auf. Nach dreieinhalb Stunden zügigen Aufstiegs erreichten wir den Gipfel. Zu Beginn der Abfahrt mussten wir unseren Weg zwischen bis zu einem halben Meter hohen Sastrugi (Schneedünen) suchen, bevor wir dann nach einem Wechselbad unterschiedlicher Schneearten im unteren Drittel doch noch auf den ersehnten Pulver stiessen, der uns den einen oder anderen Jauchzer entlockte. Zurück in der Casa Bielti verwöhnte uns Ruedi Michlig noch einmal mit einem Apéro. – Herzlichen Dank für die tolle Gastfreundschaft!

Christian Josi