Schwarzenburgerland 2, 08.07.2020

Es war der 08. Juli 2020, ein herrlicher Sommertag. 15 wanderfreudige Mitglieder sassen in einem nicht einmal halbvollen Postauto nach Rüeggisberg. Irgendetwas war aber anders als vorher, aber was? Richtig, vor ein paar Tagen hatte der Bundesrat entschieden, dass ab dem 06. Juli 2020 im ÖV eine Maskenpflicht gelte. Eine ältere Teilnehmerin meinte nur: dass ich das noch erleben muss. Da wir mit dieser Situation sicher noch lange leben müssen, verlassen wir dieses Thema besser.
Ja, es war ein sonniger Morgen als wir das Postauto bei der Haltestell Rüeggisberg Im Than verliessen. Was für ein Name «Im Than» Eine Wirtschaft gibt es auch nicht, also kein Startkaffee, aber das wussten die Teilnehmer ja zum Voraus. Welch ein Anblick, die Berner Alpen, Gantrisch, das ganze Programm vor unseren Augen. Zeit hatten wir zur Genüge, also langsam bis Niederbütschel wo der Bütschelbach auf uns wartete, das liebliche Gewässer begleitete uns nun die nächsten 1 ½ Stunden. Der Weg führte über Baumgarten und Vorderried nach Mittelried, wo wir in Schatten von 2 stattlichen Bauernhäuser einen ersten Halt genossen. Kurz danach ging es dann hinunter zum Bütschelbach, eine wild romantische Atmosphäre, dabei mussten wir noch über einen kürzlich umgestürzten Baum klettern.
Bei der Mündung Mättebach / Bütschelbach gab es 3 wagemutige Stege zu bewältigen.
Dann kurz vor Mittag der Aufstieg nach Borisried, zum Glück herrschte eine Bise welche uns den Aufstieg erleichterte. In Borisried konnten wir uns im Schatten wieder stärken. In Borisried gab es Jahrzehnte lang die legendäre Wirtschaft Borisried. Leider ist auch diese Wirtschaft für immer geschlossen. Der Besitzer verkauft gegenwärtig das Inventar. Es gibt zwar noch eine kleine Käserei welche speziellen Käse herstellt, aber wie lange kann diese noch überleben. Es ist schade mit zu erleben wie solche Idylle wie in Borisried verschwinden.
Unser Weg führte uns durch saftige Wiesen hinunter in den Schwarzwassergraben. Der Weg bis zur Schwarzwasserbrücke erscheint einem auch dieses Mal unendlich lang, dann der kurze Aufstieg hinauf zur Haltestelle Schwarzwasser. Aber vorher wartete schon die Wirtin vom Restaurant zur Schwarzwasserbrücke auf uns, um den zufriedenen Bergclübler ein kühles Getränk oder Dessert zu servieren. (Hier ein Dank an die freundliche Wirtin und den super Service)
Es gibt Wanderungen, bei welchen auch der Wanderleiter oder die Wanderleiterin sagen kann, ja heute war es wirklich eine tolle Wanderung.

Jürg Anliker
Wanderleiter